Hoch im ersten Obergeschoss des Palazzo dei Normanni gelegen, ist die Cappella Palatina die Privatkapelle, die sich die normannischen Könige Siziliens erbauen ließen – und fast neun Jahrhunderte später versetzt sie Besucher noch immer in Staunen. Jede Fläche über Augenhöhe erstrahlt: Goldgrundige byzantinische Mosaike ziehen sich über Wände und Gewölbe, ein Christus Pantokrator blickt von der Kuppel herab und erneut aus der Apsis, und darüber spannt sich eine hölzerne Wabenkuppel, die muslimische Handwerker geschnitzt und bemalt haben. Sie ist einer der vollständigsten erhaltenen Ausdrücke jener Kultur, die im Sizilien des zwölften Jahrhunderts erblühte, wo griechische, arabische und lateinische Welten unter einer Krone zusammenkamen.
König Roger II. begann 1132 mit dem Bau der Kapelle, die 1140 geweiht wurde; die Mosaikdekoration erfolgte in den folgenden Jahrzehnten. Das Ergebnis ist ein einziger, harmonischer Raum, der eigentlich nicht funktionieren dürfte und es doch tut: ein lateinischer Basilikagrundriss, byzantinische Ikonografie, ausgeführt von griechischen Mosaizisten, und eine Muqarnas-Decke, die direkt der islamischen Architektur Nordafrikas und des Nahen Ostens entlehnt ist. 2015 wurde die Kapelle zusammen mit den weiteren arabisch-normannischen Monumenten Palermos und den Kathedralen von Cefalù und Monreale in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Die Kapelle befindet sich im Palazzo dei Normanni – der ältesten königlichen Residenz Europas, errichtet auf punischen und römischen Fundamenten, erweitert von arabischen und später normannischen Herrschern und heute Sitz der Sizilianischen Regionalversammlung. Ein Besuch umfasst die Kapelle und, von Freitag bis Montag, die Königlichen Appartements im Obergeschoss, darunter die Sala di Ruggero mit ihren seltenen weltlichen Mosaiken von Jägern, Pfauen und Leoparden zwischen Bäumen.
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